Zurück zum Blog Frisch gebackene neapolitanische Pizza mit knusprigem Rand

Die Geschichte der Pizza – Von Neapel bis Berlin

Sie ist rund, sie ist knusprig, und sie ist seit Jahrhunderten ein Symbol für Genuss, Gemeinschaft und kulinarische Leidenschaft: die Pizza. Kaum ein Gericht der Welt hat eine so bewegte Geschichte hinter sich – und kaum eines hat die Welt so nachhaltig geprägt wie dieses schlichte Fladenbrot aus dem Süden Italiens. Doch woher kommt die Pizza wirklich? Und wie wurde aus einem einfachen Armenessen das weltweit beliebteste Fast-Food-Gericht?

Die antiken Wurzeln: Fladenbrot als Grundlage

Die Geschichte der Pizza beginnt weit vor der Erfindung der Tomate. Bereits in der Antike backten die Völker des Mittelmeerraums flaches Brot auf heißen Steinen – die Ägypter, die Griechen und die Römer verfeinerten ihre Fladenbrote mit Kräutern, Olivenöl und verschiedenen Belägen. Die antiken Griechen, die weite Teile Süditaliens besiedelten, brachten diese Tradition in die Region Kampanien, die heute als Wiege der modernen Pizza gilt.

Die römische Schriftstellerin Cato der Ältere beschrieb bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus ein flaches Brot, das mit Olivenöl, Käse und Honig belegt und auf Lorbeerblättern gebacken wurde. Diese frühe Form des belegten Fladenbrots war jedoch noch weit entfernt von dem, was wir heute unter Pizza verstehen.

Das 18. Jahrhundert: Die Geburt der echten Neapolitaner Pizza

Die entscheidende Wende in der Pizzageschichte kam mit der Einführung der Tomate in Europa. Ursprünglich aus Südamerika stammend und zunächst als giftig gemieden, fand die Tomate im 17. und 18. Jahrhundert ihren Weg auf die Tische der neapolitanischen Unterschicht. In der damals dicht besiedelten und armen Stadt Neapel wurden die sogenannten Lazzaroni – die ärmsten Bewohner – erfinderisch: Sie belegten ihr Fladenbrot mit Tomaten, ein wenig Salz und Olivenöl und verkauften es auf den Straßen als günstiges Essen.

„Die Pizza war das Brot der Armen – einfach, sättigend und voller Geschmack. Heute ist sie das Essen der ganzen Welt." — Gastronomihistoriker Prof. Alberto Capatti

Diese frühen Pizzen wurden von umherwandernden Händlern, den sogenannten Pizzaioli, in flachen Kupferbecken auf dem Kopf durch die Gassen Neapels getragen und direkt an Hungrige verkauft. Die erste bekannte Pizzeria der Welt, die Antica Pizzeria Port'Alba, eröffnete 1830 in Neapel – ein Meilenstein in der Gastronomiepolitik, der bis heute Bestand hat.

Pizzateig wird von Hand geformt – traditionelle neapolitanische Methode

Die traditionelle Handarbeit beim Pizzabacken ist ein zentrales Element der neapolitanischen Pizzakultur.

Die Pizza Margherita – eine königliche Legende

Das wohl bekannteste Kapitel der Pizzageschichte spielt im Jahr 1889. Anlässlich des Besuchs von König Umberto I. und Königin Margherita von Savoyen in Neapel wurde der renommierte Pizzaiolo Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi beauftragt, eine Pizza eigens für die Königsfamilie zu kreieren. Er belegte die Pizza mit Tomatensauce, frischem Mozzarella und Basilikum – den Farben der italienischen Trikolore – und widmete sie der Königin.

Die „Pizza Margherita" war geboren. Ob die Geschichte vollständig der Wahrheit entspricht, bleibt unter Historikern umstritten. Belegt ist jedoch, dass das Rezept seit dem späten 19. Jahrhundert unter diesem Namen bekannt ist und die Grundlage für Tausende von Variationen bildet, die seither entstanden sind.

Die klassischen Bestandteile der echten Neapolitanischen Pizza

  • Teig: Nur Weizenmehl Typ 00, Wasser, Salz und Hefe – lange Gehzeit von 24 bis 72 Stunden
  • Tomatensauce: San-Marzano-Tomaten aus dem Vesuv-Gebiet, ungekocht und nur leicht gewürzt
  • Käse: Fior di latte oder echter Büffelmozzarella aus der Campania
  • Backmethode: Holzofenbacken bei 450–480 °C für nur 60–90 Sekunden
  • Rand: Der cornicione – aufgegangen, leicht verkohlt und luftig

Die Reise nach Amerika – und zurück nach Europa

Mit der großen Auswanderungswelle zwischen 1880 und 1920 brachten Millionen süditalienischer Einwanderer ihre Küche in die Vereinigten Staaten. In den dichten Arbeiterviertel New Yorks, Chicagos und Bostons entstanden erste Pizzerien, die sich schnell über die Grenzen der italienischen Einwanderergemeinschaft hinaus verbreiteten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als amerikanische Soldaten aus Italien zurückkehrten und dort Pizza kennengelernt hatten, erlebte die Pizza einen ungeahnten Boom in den USA.

Aus dieser amerikanischen Interpretation entstand die heute weltweit bekannte American-Style Pizza mit dickem Teig, großzügigen Mengen Käse und einer Vielzahl von Belägen – eine Interpretation, die sich grundlegend von der zarten neapolitanischen Vorlage unterscheidet, aber ihren eigenen, treuen Fankreis gefunden hat.

Verschiedene frisch belegte Pizzen in einer modernen Pizzeria

Moderne Pizzerien bieten eine breite Auswahl an klassischen und kreativen Pizzavariationen.

Pizza in Deutschland: Eine Liebesgeschichte seit den 1950ern

In Deutschland begann die Pizzageschichte mit den italienischen Gastarbeitern, die in den 1950er und 1960er Jahren ins Land kamen. Sie brachten ihre kulinarische Heimat mit und eröffneten in zahlreichen deutschen Städten die ersten Trattorien und Pizzerien. Die Pizza fand schnell den Weg in deutsche Herzen – und Mägen.

In den 1980er und 1990er Jahren erlebte der Pizzalieferservice in Deutschland seinen Durchbruch. Das Telefonbuch wurde zur Bestellgrundlage, und der Ruf „Ich bestelle Pizza!" wurde in Millionen deutschen Wohnzimmern zum Ritual. Heute ist Deutschland einer der größten Pizzamärkte Europas. Allein in Berlin gibt es schätzungsweise über 2.000 Pizzerien – von kleinen Familienbetrieben bis zu modernen Concept-Restaurants.

Die Renaissance der handwerklichen Pizza

In den letzten Jahren erlebt die handwerkliche, authentisch neapolitanische Pizza auch in Deutschland eine echte Renaissance. Immer mehr Pizzaiolos legen Wert auf langen Teigfermentierung, hochwertige Zutaten und den klassischen Holzofen. Der Fokus verschiebt sich vom schnellen Lieferessen hin zu einem bewussten Genusserlebnis – ein Trend, der zeigt, dass Pizza weit mehr ist als Fast Food.

Die Associazione Verace Pizza Napoletana (AVPN), gegründet 1984 in Neapel, zertifiziert weltweit Pizzerien, die sich streng an die traditionellen Regeln halten. Auch in Deutschland wächst die Zahl der zertifizierten Betriebe stetig – ein Beweis dafür, dass die Sehnsucht nach echter, handgemachter Pizza ungebrochen ist.

Fazit: Ein einfaches Gericht mit großer Geschichte

Die Pizza ist weit mehr als Teig, Tomate und Käse. Sie ist ein Spiegel der menschlichen Geschichte – von den Straßen des antiken Neapels über die Einwandererviertel New Yorks bis in die Küchen und Lieferdienste moderner Metropolen wie Berlin. Sie hat Armut überdauert, Grenzen überwunden und Kulturen verbunden. Und sie ist heute, bei aller Vielfalt und Modernisierung, im Herzen dasselbe geblieben: ein ehrliches, herzliches, verbindendes Gericht.

Bei Call a Pizza sind wir stolz, diese Tradition täglich aufs Neue zu leben – mit frischen Zutaten, echter Handarbeit und der Leidenschaft für das perfekte Stück Pizza, das direkt zu Ihnen nach Hause geliefert wird.

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